Ciabatta mit Poolish für eine luftige Krume backen

Frisch gebackene Ciabatta-Brote, aufgeschnitten auf einem Holzbrett. Das Innere zeigt die typische luftige Krume, perfekt für ein Ciabatta Rezept.

Geschrieben von

Silvio Kunz

Veröffentlicht am

23. Sept. 2026

Inhaltsverzeichnis

Eine gute Ciabatta soll außen kräftig knuspern und innen eine feuchte, unregelmäßig große Porung haben. Das gelingt nicht mit einem festen Teig und viel Kneten, sondern mit hoher Hydration, einem reifen Poolish und vorsichtigem Falten. Hier zeige ich mein Ciabatta-Rezept mit genauen Mengen, Zeitplan, Backtemperatur und Lösungen für typische Fehler.

Die wichtigsten Punkte für eine luftige Ciabatta

  • 80 Prozent Hydration sorgen für die feuchte, offene Krume.
  • Ein Poolish über Nacht bringt mehr Aroma und verbessert die Teigstruktur.
  • Der weiche Teig wird gefaltet statt kräftig durchgeknetet.
  • Beim Formen zählt eine sanfte Hand, damit die Gärgase erhalten bleiben.
  • Gebacken wird zunächst heiß und mit Dampf bei 240 °C.

Was eine gute Ciabatta ausmacht

Ciabatta ist ein flaches italienisches Weizenbrot mit dünner Kruste und einer locker-unregelmäßigen Krume. Die typische Form erinnert an einen Hausschuh, daher auch der Name. Für mich ist die Porung aber wichtiger als eine perfekte Optik: Gute Ciabatta darf an den Seiten ruhig etwas unregelmäßig aussehen.

Der entscheidende Unterschied zu einem gewöhnlichen Weißbrot liegt in der Teigausbeute beziehungsweise Hydration. Bei diesem Rezept kommen auf 500 Gramm Mehl insgesamt 400 Gramm Wasser. Der Teig ist dadurch sehr weich und klebrig, entwickelt im Ofen aber genau jene großen Luftblasen, die man erwartet.

Mehr Wasser allein reicht allerdings nicht. Der Teig braucht ein stabiles Klebergerüst. Das entsteht durch Ruhezeiten und wiederholtes Falten. Wer zu viel Mehl einarbeitet oder die Teiglinge beim Formen entgast, erhält zwar ein formschönes Brot, aber eine deutlich dichtere Krume.

Frisches Ciabatta Brot, aufgeschnitten auf einem Holzbrett, mit Ähren. Ein tolles ciabatta rezept für jeden Tag.

Die Zutaten für zwei luftige Ciabatta

Die folgenden Mengen ergeben zwei mittelgroße Brote. Ich verwende am liebsten kräftiges Weizenmehl Type 550 oder ein italienisches Weizenmehl Tipo 0 mit ausreichendem Eiweißgehalt. Ein sehr schwaches Mehl kann bei dieser Wassermenge schnell überfordert sein.

Bestandteil Menge Hinweis
Weizenmehl Type 550 oder Tipo 0 500 g am besten backstark
Wasser 400 g kühl bis lauwarm, je nach Raumtemperatur
Frische Hefe 2 g 1 g für den Poolish, 1 g für den Hauptteig
Salz 12 g für Geschmack und Teigstabilität
Olivenöl 15 g mildes, fruchtiges Öl

Der Poolish am Vorabend

Für den Vorteig verrühre ich 250 Gramm Mehl, 250 Gramm Wasser und 1 Gramm frische Hefe, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind. Die Schüssel decke ich ab und lasse den Poolish etwa 10 bis 12 Stunden bei 18 bis 21 °C stehen.

Reif ist er, wenn die Oberfläche leicht gewölbt oder gerade beginnt einzusinken und viele kleine Bläschen zu sehen sind. Fällt der Vorteig stark zusammen und riecht deutlich alkoholisch, war er zu lange warm. Dann kann das Brot trotzdem gelingen, aber die Triebkraft und das Aroma sind schwächer.

So entsteht die offene Krume Schritt für Schritt

1. Hauptteig mischen

Zum reifen Poolish gebe ich die restlichen 250 Gramm Mehl und zunächst etwa 130 Gramm Wasser. Alles vermische ich grob und lasse es 20 Minuten ruhen. Diese kurze Autolyse, also die Ruhephase von Mehl und Wasser, erleichtert die Glutenbildung und macht den Teig später elastischer.

Danach löse ich 1 Gramm Hefe und 12 Gramm Salz im restlichen Wasser auf und arbeite die Mischung ein. Zum Schluss kommt das Olivenöl dazu. Der Teig soll sehr weich sein, aber nach einigen Minuten nicht mehr völlig flüssig wirken.

2. Falten statt zusätzliches Mehl

Die erste Teigruhe dauert etwa 2,5 bis 3 Stunden bei 24 bis 26 °C. In dieser Zeit falte ich den Teig alle 30 Minuten. Dafür ziehe ich eine Seite vorsichtig nach oben und lege sie zur Mitte. Diesen Vorgang wiederhole ich rund um die Schüssel.

Nach drei bis vier Faltvorgängen fühlt sich der Teig deutlich gespannter an. Genau hier machen viele den entscheidenden Fehler: Sie versuchen, die Klebrigkeit mit Mehl zu bekämpfen. Ich öle lieber die Hände leicht oder befeuchte sie mit Wasser, denn zusätzliches Mehl macht die Ciabatta schnell trocken und kompakt.

3. Abstechen und Formen

Eine Arbeitsfläche großzügig mit Mehl oder Hartweizengrieß bestäuben und den Teig vorsichtig darauf gleiten lassen. Nicht kräftig drücken. Den Teig in zwei längliche Rechtecke teilen, die Stücke mit einer Teigkarte aufnehmen und auf Backpapier setzen.

Die Teiglinge werden nicht klassisch rundgewirkt. Sie dürfen ihre flache Form behalten. Eine letzte Ruhezeit von 30 bis 45 Minuten reicht meistens aus. Bei kühler Raumtemperatur kann es etwas länger dauern, bei warmer Küche entsprechend kürzer.

Backen mit kräftiger Kruste und großen Poren

Den Backofen mit Blech, Backstahl oder Pizzastein mindestens 30 Minuten auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein gut aufgeheizter Backuntergrund gibt den Teiglingen sofort Energie und verhindert, dass sie breit und blass auseinanderlaufen.

  1. Die Ciabatta vorsichtig auf den heißen Untergrund schieben.
  2. Etwas heißes Wasser in eine vorgeheizte Metallschale geben oder den Ofen kurz bedampfen.
  3. Nach 10 Minuten die Temperatur auf 220 bis 230 °C reduzieren.
  4. Weitere 12 bis 18 Minuten backen, bis die Kruste kräftig goldbraun ist.

Die gesamte Backzeit liegt meist bei 22 bis 28 Minuten. Das Brot ist fertig, wenn es hohl klingt und eine Kerntemperatur von ungefähr 96 °C erreicht. Dampf ist nur am Anfang hilfreich. Für eine knusprige Kruste sollte die Ofentür gegen Ende kurz geöffnet werden, damit überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann.

Nach dem Backen lasse ich die Brote mindestens 45 Minuten auf einem Gitter auskühlen. Wer zu früh anschneidet, drückt die noch feuchte Krume zusammen. Die Kruste verliert dann ebenfalls schneller ihre Spannung.

Langzeitführung oder schnelle Variante

Methode Zeit Ergebnis
Poolish über Nacht 10 bis 12 Stunden plus 3 Stunden am Backtag mehr Aroma, elastischer Teig, kräftigere Kruste
Direkte Teigführung etwa 4 bis 5 Stunden milderes Aroma, etwas weniger komplexer Geschmack

Wenn es schnell gehen muss, kann der Teig auch direkt mit allen Zutaten angesetzt werden. Ich würde für das beste Ergebnis trotzdem den Poolish bevorzugen. Der zusätzliche Aufwand besteht im Grunde nur darin, am Vorabend eine Schüssel anzurühren.

Typische Fehler bei der Ciabatta und ihre Ursachen

Der Teig läuft breit auseinander

Meist wurde zu viel Wasser verwendet, das Mehl ist zu schwach oder der Teig ist überreif. Beim nächsten Versuch zunächst 20 Gramm Wasser zurückhalten und nur bei Bedarf einarbeiten. Auch eine längere Kühlung von 30 bis 60 Minuten kann helfen, den Teig besser zu handhaben.

Die Krume ist dicht und gleichmäßig

Das passiert häufig, wenn beim Formen zu stark gedrückt oder zu viel Mehl eingearbeitet wurde. Auch eine zu kurze Gare verhindert große Poren. Der Teig sollte vor dem Abstechen sichtbar aufgegangen sein und kleine Blasen an der Oberfläche zeigen.

Das Brot bleibt blass und weich

Ein zu wenig vorgeheizter Ofen oder fehlender Dampfstoß kann den Ofentrieb bremsen. Gleichzeitig darf die Ciabatta nicht zu früh aus dem Ofen kommen. Ich backe sie lieber zwei Minuten länger, bis die Kruste wirklich Farbe angenommen hat.

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Die Porung ist groß, aber das Brot schmeckt flach

Große Löcher sind kein Qualitätsbeweis, wenn das Aroma fehlt. Zu kurze Fermentation, zu wenig Salz oder ein sehr heiß geführter Teig können dafür verantwortlich sein. Eine längere Poolish-Reife und eine Teigtemperatur von etwa 24 bis 26 °C bringen meist mehr Geschmack als eine noch höhere Hydration.

So schmeckt die Ciabatta am besten

Frisch ausgekühlt passt das Brot hervorragend zu Olivenöl, gegrilltem Gemüse, Tomaten und mildem Käse. Für ein italienisches Abendessen schneide ich die Ciabatta längs auf, röste sie kurz und serviere sie mit Burrata oder luftgetrocknetem Schinken.

Am zweiten Tag lässt sie sich wunderbar als Panino verwenden. Ist die Kruste bereits weich geworden, genügt ein kurzes Aufbacken bei 200 °C. Eingefroren hält sich Ciabatta in Scheiben etwa zwei bis drei Monate, wenn sie luftdicht verpackt wird.

Entscheidend bleibt am Ende nicht die perfekte Form, sondern der Umgang mit dem weichen Teig. Wer ihm Zeit gibt, sparsam faltet und beim Formen vorsichtig bleibt, bekommt eine aromatische, knusprige Ciabatta mit genau der unregelmäßigen Krume, die dieses Brot so besonders macht.

Häufig gestellte Fragen

Der Poolish besteht aus 250 g Mehl, 250 g Wasser und 1 g frischer Hefe. Er reift abgedeckt etwa 10 bis 12 Stunden bei 18 bis 21 °C. Reif ist er, wenn viele Bläschen sichtbar sind und die Oberfläche gerade beginnt einzusinken.

Der Teig ruht 2,5 bis 3 Stunden bei 24 bis 26 °C und wird dabei etwa alle 30 Minuten gefaltet. Beim Bearbeiten helfen leicht geölte oder befeuchtete Hände. Zusätzliches Mehl kann die Ciabatta trocken und kompakt machen.

Den Ofen mit Blech, Backstahl oder Pizzastein mindestens 30 Minuten auf 250 °C vorheizen und zu Beginn Dampf geben. Nach 10 Minuten die Temperatur auf 220 bis 230 °C reduzieren und weitere 12 bis 18 Minuten backen. Insgesamt dauert das Backen meist 22 bis 28 Minuten.

Ein breitlaufender Teig kann durch zu viel Wasser, ein schwaches Mehl oder Übergare entstehen. Eine dichte Krume wird häufig durch starkes Drücken beim Formen, zu viel Mehl oder eine zu kurze Gare verursacht. Bei Bedarf 20 g Wasser zurückhalten und die Teiglinge erst abstechen, wenn der Teig sichtbar aufgegangen ist und Blasen zeigt.

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Silvio Kunz

Mein Name ist Silvio Kunz und ich bringe 12 Jahre Erfahrung in der italienischen Küche, insbesondere in der Kunst der Pizza und der Weinkultur, mit. Meine Leidenschaft für die italienische Gastronomie begann schon in meiner Kindheit, als ich zum ersten Mal die Aromen und Traditionen dieser wunderbaren Küche entdeckte. Ich liebe es, die Geschichten hinter den Gerichten zu erforschen und mein Wissen darüber zu teilen. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, die Vielfalt der italienischen Küche und die feinen Nuancen der Weinkultur verständlich zu machen. Dabei lege ich großen Wert auf sorgfältige Recherchen und den Vergleich von Informationen, um sicherzustellen, dass ich meinen Lesern nützliche und aktuelle Inhalte bieten kann. Mein Ziel ist es, komplexe Themen zu vereinfachen und die Leser auf eine kulinarische Entdeckungsreise mitzunehmen, die sowohl informativ als auch inspirierend ist.

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