Eine gute Focaccia soll außen goldbraun und leicht knusprig sein, während die Krume weich, luftig und saftig bleibt. In diesem Focaccia-Rezept zeige ich meine bewährte Grundmethode mit genauen Mengen, Gehzeiten, Backtemperatur und einfachen Belagideen. Dazu kommen Hinweise zu klebrigem Teig, typischen Fehlern und einer passenden Weinbegleitung.
Mit diesen Grundregeln wird die Focaccia luftig und aromatisch
- 76 Prozent Wasseranteil sorgen für eine weiche, offene Krume.
- Der Teig braucht insgesamt etwa 3 bis 4 Stunden Gehzeit.
- Entscheidend sind reichlich Olivenöl und das vorsichtige Eindrücken mit den Fingerspitzen.
- Bei 230 °C Ober- und Unterhitze ist die Focaccia meist nach 22 bis 28 Minuten fertig.
- Rosmarin, grobes Salz, Oliven und Kirschtomaten bringen den typisch italienischen Geschmack.

Das Grundrezept für eine luftige Focaccia
Die folgenden Mengen reichen für eine Focaccia in einer Form von etwa 30 x 20 cm oder für ein kleineres Backblech. Ich arbeite gern mit Weizenmehl Type 550, weil es in deutschen Küchen leicht erhältlich ist und den relativ weichen Teig zuverlässig trägt.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Weizenmehl Type 550 | 500 g |
| Wasser | 380 ml, lauwarm |
| Frische Hefe | 10 g |
| Salz | 10 g |
| Olivenöl für den Teig | 30 ml |
| Olivenöl für Form und Oberfläche | 50 bis 60 ml |
| Rosmarin und grobes Meersalz | nach Geschmack |
Das Wasser sollte ungefähr 25 bis 30 °C warm sein. Zu heißes Wasser kann die Hefe schwächen, während sehr kaltes Wasser die Gehzeit deutlich verlängert. Zucker ist nicht nötig, denn das Mehl liefert genug Nahrung für die Hefe.
Den Teig ansetzen
- Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und etwa 5 Minuten stehen lassen.
- Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen. Das Hefewasser und 30 ml Olivenöl dazugeben.
- Alles mit einem Kochlöffel oder der Hand verrühren, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind.
- Den Teig 10 Minuten ruhen lassen und anschließend mit feuchten Händen einmal von allen Seiten zur Mitte ziehen.
Der Teig bleibt deutlich klebriger als ein klassischer Brotteig. Genau das ist erwünscht, denn der hohe Wasseranteil von 76 Prozent sorgt später für die lockere Krume. Ich gebe deshalb nicht vorschnell zusätzliches Mehl dazu, sonst wird die Focaccia schnell fest und trocken.
So entwickelt der Teig seine typische Struktur
Decke die Schüssel ab und lasse den Teig zunächst 90 Minuten bei Raumtemperatur gehen. Nach 30 und 60 Minuten kannst du ihn mit nassen Händen dehnen und falten. Dafür ziehst du eine Teigseite vorsichtig nach oben und legst sie über die Mitte. Diesen Vorgang wiederholst du rundum.
Das Dehnen und Falten ersetzt bei diesem weichen Teig ein langes Kneten. Es stärkt das Klebergerüst, ohne die Luft aus dem Teig zu drücken. Nach der ersten Gehzeit sollte er sichtbar aufgegangen sein und kleine Blasen zeigen.
Die zweite Gehzeit in der Form
Fette die Backform großzügig mit Olivenöl ein und gib den Teig vorsichtig hinein. Ziehe ihn nicht mit Gewalt bis in die Ecken. Wenn er sich zusammenzieht, lässt du ihn 10 Minuten entspannen und dehnst ihn danach weiter aus.
Decke die Form erneut ab und lasse die Focaccia 60 bis 90 Minuten gehen. Sie ist bereit für den Ofen, wenn sie weich wirkt, sich leicht wölbt und beim vorsichtigen Anstupsen langsam zurückfedert. Eine zu kurze Gare ergibt eine kompakte Krume, eine überreife Gare kann den Teig instabil machen.
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Die kalte Variante für mehr Aroma
Für einen kräftigeren Geschmack kannst du die erste Gehzeit im Kühlschrank fortsetzen. Stelle den abgedeckten Teig für 12 bis 24 Stunden kalt und hole ihn etwa 2 Stunden vor dem Backen heraus. Danach kommt er in die geölte Form und erhält dort seine zweite Gare.
Die kalte Führung ist aromatischer, aber weniger spontan. Plane sie nur ein, wenn du die Focaccia am Vortag vorbereiten möchtest. Für ein Backen am selben Nachmittag reicht die direkte Methode völlig aus.
Öl, Kräuter und Belag richtig einsetzen
Vor dem Backen verteilst du etwa 2 bis 3 Esslöffel Olivenöl auf der Oberfläche. Drücke den Teig anschließend mit den Fingerspitzen bis fast zum Boden ein. Diese Mulden halten das Öl fest und geben der Focaccia ihr unverwechselbares Aussehen.
Ich bestreue die Oberfläche am liebsten mit frischem Rosmarin und grobem Meersalz. Beides wirkt schlicht, bringt aber viel Aroma. Getrockneter Rosmarin funktioniert ebenfalls, sollte jedoch sparsam dosiert werden, weil er schneller bitter schmeckt.
- Kirschtomaten: halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auflegen.
- Oliven: entsteinte grüne oder schwarze Oliven leicht in den Teig drücken.
- Rote Zwiebeln: sehr dünn schneiden, damit sie in der kurzen Backzeit weich werden.
- Knoblauch: besser in dünnen Scheiben oder als aromatisiertes Öl verwenden, da frischer Knoblauch schnell dunkel wird.
- Kartoffelscheiben: hauchdünn schneiden und nur sparsam verteilen, sonst bleibt die Oberfläche zu schwer.
Sehr wasserreiche Zutaten solltest du vorher trocken tupfen. Zu viel Flüssigkeit kann die Oberfläche matschig machen und die Kruste bremsen. Auch Käse gebe ich meist erst in den letzten 5 bis 8 Minuten dazu, damit er nicht verbrennt.
Die Focaccia richtig backen
Heize den Backofen rechtzeitig auf 230 °C Ober- und Unterhitze vor. Die Form sollte auf der mittleren Schiene stehen. Backe die Focaccia je nach Form und Teighöhe etwa 22 bis 28 Minuten, bis die Oberfläche tief goldbraun ist und die Unterseite stabil wirkt.
Eine dunkle Metallform färbt den Boden meist kräftiger als Glas. Bei einer Glasform kann die Backzeit um einige Minuten länger sein. Wenn die Oberfläche zu schnell bräunt, deckst du sie locker mit Backpapier ab, reduzierst die Temperatur aber nicht zu früh, weil sonst die Kruste blass bleibt.
Nach dem Backen lässt du das Brot zunächst 10 Minuten in der Form ruhen. Danach löst du es vorsichtig und lässt es auf einem Gitter etwas ausdampfen. Direkt angeschnitten kann die Krume noch klebrig wirken, obwohl die Focaccia eigentlich fertig gebacken ist.
Was bei Focaccia häufig schiefgeht
| Problem | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Der Teig ist sehr fest | Zu viel Mehl oder zu wenig Wasser | Beim nächsten Mal genauer abwiegen und den Teig länger ruhen lassen. |
| Die Focaccia bleibt kompakt | Zu kurze Gehzeit oder zu wenig Hefeaktivität | Auf sichtbare Blasen achten und die zweite Gare verlängern. |
| Die Oberfläche wird trocken | Zu wenig Öl oder zu langes Backen | Die Oberfläche großzügig ölen und die Focaccia früher kontrollieren. |
| Der Boden bleibt blass | Zu niedrige Ofentemperatur oder eine sehr isolierende Form | Die Form auf ein vorgeheiztes Blech stellen. |
| Die Focaccia fällt nach dem Backen zusammen | Übergare oder zu vorsichtiges Backen bei instabilem Teig | Die zweite Gare etwas verkürzen und den Teig nicht unnötig bewegen. |
Der häufigste Anfängerfehler ist meiner Erfahrung nach nicht zu wenig Kneten, sondern zu viel zusätzliches Mehl. Klebrigkeit wird bei Focaccia oft mit einem misslungenen Teig verwechselt. Geölte oder angefeuchtete Hände sind hier deutlich hilfreicher als eine bemehlte Arbeitsfläche.
So servierst du das italienische Fladenbrot
Focaccia schmeckt am besten noch leicht warm. Schneide sie in breite Streifen und serviere sie zu Antipasti, gegrilltem Gemüse, Salaten oder einer cremigen Suppe. Besonders gut passt sie auch als Beilage zu Pizza-Abenden, weil sie sich mit wenig Aufwand vorbereiten lässt.
Für eine einfache Weinbegleitung greife ich zu einem trockenen, frischen Weißwein wie Pinot Grigio oder Vermentino. Zu kräftigem Rosmarin, Oliven und getrockneten Tomaten darf der Wein etwas aromatischer sein. Bei einer sehr salzigen oder würzigen Variante ist ein Wein mit guter Säure angenehmer als ein schwerer, alkoholreicher Tropfen.
Reste bewahrst du luftdicht verpackt bei Raumtemperatur auf und verbrauchst sie am besten innerhalb von 1 bis 2 Tagen. Kurz im Ofen bei 180 °C aufgebacken, wird die Kruste wieder knusprig. Im Kühlschrank trocknet das Brot meist schneller aus.
Der wichtigste Handgriff für eine wirklich gute Focaccia
Wenn du nur einen Punkt aus diesem Rezept mitnimmst, dann diesen: Gib dem Teig Zeit und arbeite mit nassen oder geölten Händen. Eine luftige Focaccia entsteht nicht durch besonders viel Kraft, sondern durch ausreichende Flüssigkeit, zwei ruhige Gehphasen und reichlich gutes Olivenöl.
Beim ersten Versuch würde ich den Belag bewusst einfach halten. Rosmarin, grobes Salz und Öl zeigen am klarsten, ob Teig, Gare und Backzeit stimmen. Sobald die Grundversion gelingt, kannst du mit Oliven, Tomaten oder Zwiebeln weiterbauen, ohne die lockere Struktur zu verlieren.