Self Raising Flour selbst machen und richtig verwenden

Schneebesen in einer Schüssel mit selbstaufgehendem Mehl, bereit für die Zubereitung von Kuchen.

Geschrieben von

Egon Gruber

Veröffentlicht am

18. Sept. 2026

Inhaltsverzeichnis

Steht in einem britischen Rezept self raising flour, ist damit kein besonderes Getreide gemeint, sondern Mehl mit bereits eingemischtem Backtriebmittel. Ich zeige dir, wie diese Mischung funktioniert, wofür sie sich eignet und wie du sie mit Zutaten aus dem deutschen Supermarkt zuverlässig selbst herstellst. Auch die wichtige Abgrenzung zu Hefe, Natron und normalem Weizenmehl kommt nicht zu kurz.

Mehl mit Backtriebmittel spart einen Arbeitsschritt

  • Bestandteile: Weizenmehl, Backpulver und je nach Produkt etwas Salz.
  • Hausgemachte Mischung: Pro 150 g Mehl etwa 1,5 TL Backpulver einarbeiten.
  • Geeignet für: Muffins, Rührkuchen, Scones, Pancakes und schnelles Gebäck.
  • Nicht geeignet als Hefeersatz: Für klassischen Pizzateig brauchst du weiterhin Hefe oder einen anderen passenden Teigtrieb.
  • Wichtig: Zusätzliches Backpulver nur verwenden, wenn es im Rezept ausdrücklich vorgesehen ist.

Was Mehl mit Backtriebmittel genau enthält

Die Mischung besteht im Kern aus hellem Weizenmehl und Backpulver. Das Backpulver bildet zusammen mit Flüssigkeit und Hitze Kohlendioxid. Die kleinen Gasbläschen lockern den Teig, sodass Kuchen und Gebäck aufgehen, ohne dass Hefe oder eine lange Gehzeit nötig sind.

Je nach Herkunft unterscheidet sich die Rezeptur etwas. In Großbritannien enthält das Mehl meist vor allem Backpulver, während amerikanische Varianten häufig zusätzlich Salz enthalten. Deshalb solltest du bei importierten Produkten immer die Zutatenliste prüfen, statt automatisch weitere Würze einzuplanen.

Mehlsorte Was bereits enthalten ist Typische Verwendung
Weizenmehl Type 405 Nur Mehl Kuchen, Plätzchen, Saucen
Mehl mit Backtriebmittel Mehl und Backpulver, manchmal Salz Muffins, Scones, Pancakes, Rührteig
Mehl mit Hefe Mehl und Hefe Brot, Hefezopf, klassischer Pizzateig
Mehl mit Natron Mehl und Natriumhydrogencarbonat Rezepte mit sauren Zutaten wie Buttermilch oder Joghurt

Ich sehe häufig den Fehler, dass Backpulver und Natron gleichgesetzt werden. Backpulver ist bereits auf eine Reaktion abgestimmt, Natron braucht dagegen eine saure Zutat. Beides lässt sich deshalb nicht beliebig im gleichen Verhältnis austauschen.

So verwendest du die Mischung im Rezept

Wenn ein Rezept dieses Mehl verlangt, ersetzt du das normale Mehl grundsätzlich grammgenau. Stehen dort 300 g Mehl mit Backtriebmittel, wiegst du 300 g der fertigen Mischung ab. Zusätzliches Backpulver lässt du weg, sofern das Rezept nicht ausdrücklich eine weitere Menge nennt.

Bei amerikanischen Rezepten kommt oft noch Natron hinzu. Das solltest du nicht automatisch streichen, denn es kann für Bräunung, Geschmack und die Reaktion mit Joghurt oder Buttermilch gebraucht werden. Nur das Backpulver, das bereits in der Mehlmischung steckt, wird nicht doppelt dosiert.

Besonders gut funktioniert es bei lockerem Gebäck

Für Muffins, einfache Rührkuchen, Pancakes, Scones und schnelle Teige ist die Mischung praktisch. Sie verkürzt die Vorbereitung und verteilt das Backtriebmittel gleichmäßig. Gerade bei Scones macht sich das bemerkbar, weil der Teig nur kurz bearbeitet werden sollte.

Für einen italienisch inspirierten Kuchen mit Zitronenschale, Ricotta oder Mandeln kann das Mehl ebenfalls sinnvoll sein. Bei klassischer Pizza würde ich es aber nicht empfehlen. Das typische Aroma und die elastische Struktur entstehen durch Hefe, Ruhezeit und Glutenentwicklung, nicht durch Backpulver.

So stellst du das Mehl selbst her

In Deutschland findest du die fertige Variante deutlich seltener als Weizenmehl Type 405 oder 550. Die eigene Mischung ist deshalb die unkomplizierteste Lösung. Für eine alltagstaugliche Menge verwendest du:

  • 150 g Weizenmehl Type 405
  • 1,5 gestrichene Teelöffel Backpulver
  • optional eine kleine Prise Salz

Vermische alles gründlich mit einem Schneebesen oder siebe die Zutaten einmal gemeinsam durch. Das klingt nebensächlich, verhindert aber Stellen mit zu viel Backpulver. Für größere Mengen kannst du die Regel einfach hochrechnen. Auf 500 g Mehl kommen ungefähr 5 Teelöffel Backpulver, wobei die genaue Wirkung je nach Produkt leicht abweichen kann.

Mehlmenge Backpulver Salz
150 g 1,5 TL optional eine Prise
300 g 3 TL optional 1/8 TL
500 g 5 TL optional 1/4 bis 1/2 TL

Ich würde die Mischung nicht monatelang auf Vorrat herstellen. Backpulver verliert durch Feuchtigkeit an Kraft. In einem luftdicht verschlossenen Behälter und trocken gelagert bleibt sie zwar eine Weile brauchbar, frisch gemischt liefert sie aber die verlässlichsten Ergebnisse.

Welche deutsche Mehlsorte als Ersatz passt

Für die meisten Kuchen und Muffins ist Weizenmehl Type 405 die naheliegendste Basis. Es ist fein gemahlen und sorgt für eine zarte Krume. Type 550 funktioniert ebenfalls, ergibt aber oft etwas mehr Biss und nimmt je nach Rezept geringfügig mehr Flüssigkeit auf.

Vollkornmehl lässt sich nicht ohne Weiteres im gleichen Verhältnis einsetzen. Die Randschichten des Korns binden mehr Wasser und machen den Teig schwerer. Wenn du Vollkorn verwenden möchtest, beginne besser mit 25 bis 30 Prozent der Gesamtmehlmenge und passe die Flüssigkeit bei Bedarf an.

Glutenfreie Mehlmischungen brauchen ebenfalls Aufmerksamkeit. Sie verhalten sich je nach Stärke, Bindemittel und Getreidealternative sehr unterschiedlich. Für glutenfreies Gebäck kann mehr Backpulver nötig sein, doch hier ist eine fertige glutenfreie Backmischung oder ein erprobtes Rezept meist sicherer als eine blinde Umrechnung.

Typische Fehler bei der Anwendung

Das Backpulver doppelt einrechnen

Das ist der häufigste Fehler. Enthält die Mehlmischung bereits Backpulver und gibst du die im Rezept genannte volle Menge zusätzlich hinein, kann der Kuchen stark aufgehen und anschließend wieder einsinken. Die Zutatenliste entscheidet, nicht allein die Überschrift des Rezepts.

Zu lange rühren

Backtriebmittel beginnt zu arbeiten, sobald Flüssigkeit dazukommt. Rührst du Muffin- oder Sconeteig danach minutenlang, entwickelst du außerdem mehr Gluten. Das Gebäck wird dann eher fest als locker. Ich mische trockene und feuchte Zutaten nur so lange, bis keine großen Mehlnester mehr zu sehen sind.

Zu alte Mischung verwenden

Ein geöffnetes Backpulver kann mit der Zeit an Wirkung verlieren. Wenn du unsicher bist, gib einen halben Teelöffel davon in heißes Wasser. Deutliches Sprudeln spricht für ausreichende Aktivität. Bei kaum sichtbarer Reaktion lohnt sich ein neues Backpulver.

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Die Mischung für Hefeteig verwenden

Ein Teig mit Backpulver kann schnell locker werden, schmeckt und fühlt sich aber anders an als ein Hefeteig. Für Pizza, Focaccia oder Ciabatta ersetzt die Mischung weder die Gehzeit noch die typische Fermentation. Sie passt eher zu schnellen Fladen, wenn ein Rezept das ausdrücklich vorsieht.

Die richtige Wahl für dein nächstes Backprojekt

Mehl mit Backtriebmittel ist vor allem ein praktischer Vorratstrick. Es spart das separate Abmessen von Backpulver und eignet sich hervorragend für schnelle, lockere Backwaren. In einer deutschen Küche erreichst du denselben Effekt meist problemlos mit Type 405 und einer abgemessenen Menge Backpulver.

Für Kuchen, Muffins und Scones kannst du die Mischung bedenkenlos selbst ansetzen. Bei Brot und Pizza bleibst du besser bei Hefe oder Sauerteig. Wer zusätzlich auf Salzgehalt, Mehltyp und die bereits im Rezept enthaltenen Triebmittel achtet, bekommt am Ende nicht nur einen höheren, sondern vor allem einen ausgewogenen und zuverlässig lockeren Teig.

Häufig gestellte Fragen

Self Raising Flour besteht aus Weizenmehl und bereits eingemischtem Backpulver, manchmal zusätzlich aus Salz. Type 405 enthält dagegen nur Mehl, daher musst du das Backtriebmittel selbst ergänzen.

Für 150 g Weizenmehl Type 405 verwendest du etwa 1,5 gestrichene Teelöffel Backpulver und optional eine kleine Prise Salz. Vermische alles gründlich oder siebe die Zutaten gemeinsam durch. Für 500 g Mehl brauchst du ungefähr 5 Teelöffel Backpulver.

Normalerweise nicht, weil das Backpulver bereits in der Mehlmischung enthalten ist. Zusätzliches Backpulver kommt nur dazu, wenn das Rezept ausdrücklich eine weitere Menge nennt. Natron kann trotzdem erforderlich sein, wenn es für die Reaktion mit Joghurt oder Buttermilch gebraucht wird.

Nein, die Mischung ersetzt weder die Gehzeit noch die Fermentation und Glutenentwicklung von Hefe. Sie eignet sich vor allem für Muffins, Rührkuchen, Scones, Pancakes und schnelles Gebäck. Für klassischen Pizzateig, Focaccia oder Ciabatta solltest du weiterhin Hefe oder Sauerteig verwenden.

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Egon Gruber

Mein Name ist Egon Gruber und ich habe sechs Jahre Erfahrung in der Welt der italienischen Küche, speziell in der Kunst der Pizza und der Weinkultur. Meine Leidenschaft für diese Themen begann in meiner Kindheit, als ich oft mit meiner Familie in kleinen Trattorien in Italien speiste und die Vielfalt der Aromen entdeckte. Diese Erlebnisse haben mich inspiriert, mein Wissen über die italienische Gastronomie zu vertiefen und weiterzugeben. Ich schreibe über die verschiedenen Facetten der italienischen Küche, von traditionellen Rezepten bis hin zu modernen Interpretationen. Dabei lege ich großen Wert darauf, Informationen sorgfältig zu recherchieren und die neuesten Trends zu verfolgen, um meinen Lesern stets präzise und verständliche Inhalte zu bieten. Mein Ziel ist es, komplexe Themen klar zu erklären und eine Brücke zwischen Tradition und Innovation zu schlagen, damit jeder die Freude an italienischem Essen und Wein entdecken kann.

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